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Norwegen will die weltweit größte Flotte „fliegender“ Elektro-Fähren in Betrieb nehmen

Norwegische Elektro-Fähren – Candela

Bald werden Touristen und Pendler entlang der atemberaubenden norwegischen Küste mit „fliegenden“ Elektro-Fähren unterwegs sein.

Der norwegische Betreiber Boreal AS – ein Vorreiter im Bereich nachhaltiger Verkehr – hat bei der schwedischen Firma Candela Technology 20 elektrische Tragflügelboote vom Typ Candela P-12 bestellt. Damit entsteht die bislang weltweit größte Flotte elektrischer Tragflügelboote. Die einzigartig schnellen und leisen Tragflügelboote werden den Pendlerverkehr entlang der von Fjorden gesäumten Küste Norwegens beschleunigen, wo der Wasserverkehr ein wesentlicher Bestandteil des täglichen Transportwesens ist.

9. April 2026

Norwegen ist bereits der weltweit am stärksten elektrifizierte Automobilmarkt, wobei rund 99 % der Neuwagenverkäufe auf vollelektrische Fahrzeuge entfallen. Die Elektrifizierung von Hochgeschwindigkeits-Passagierschiffen – „hurtigbåtar“, das Rückgrat des ländlichen Verkehrs – bleibt jedoch eine Herausforderung, da herkömmlichen E-Fähren die Reichweite und Geschwindigkeit fehlen, um die dieselbetriebenen Schnellfähren zu ersetzen, die Gemeinden über die tiefen Fjorde und die mehr als 100.000 Kilometer lange Küstenlinie des Landes hinweg verbinden.

Die Candela P-12 löst dieses Problem jedoch: Sie verbindet eine Reisegeschwindigkeit von 25 Knoten mit einer Reichweite von rund 40 Seemeilen und ermöglicht so den elektrischen Betrieb auf Strecken, die bisher nur von Dieselschiffen bedient wurden. Darüber hinaus wird die große Flotte von 20 Schiffen für häufigere Abfahrten sorgen und die Fahrzeiten verkürzen.

„Die Candela P-12 ist das einzige elektrische Passagierschiff, das eine größere Reichweite mit hoher Geschwindigkeit verbindet, ohne dass eine umfangreiche Ladeinfrastruktur erforderlich ist. Unsere Investition wird neue Hochgeschwindigkeitsstrecken sowohl in Städten als auch in ländlichen Gebieten ermöglichen“, sagt Nikolai Knudsmoen Utheim, CEO von Boreal. „Norwegen ist bereits Vorreiter bei der Elektrifizierung des Seeverkehrs. Mit dieser Flotte will Boreal den nächsten Schritt gehen – emissionsfreien Hochgeschwindigkeitsverkehr entlang der norwegischen Küste vorantreiben und dazu beitragen, elektrische Schiffe in neue Märkte außerhalb Norwegens zu bringen.“

Die einzigartige Leistungsfähigkeit des P-12 beruht auf computergesteuerten Tragflügeln – unter dem Rumpf angebrachte Flügel –, die das Schiff bei Geschwindigkeiten über 18 Knoten über das Wasser heben. Durch das Gleiten über den Wellen wird der Luftwiderstand drastisch reduziert, und der Energieverbrauch sinkt im Vergleich zu herkömmlichen Schiffen ähnlicher Größe um rund 80 Prozent. Die P-12, die bereits erfolgreich im öffentlichen Nahverkehr von Stockholm eingesetzt wird, gilt als „Wendepunkt“ im Verkehrswesen, da sie niedrige Betriebskosten mit geringer Umweltbelastung verbindet.

Zudem lässt sich die effiziente P-12 mithilfe von handelsüblichen Gleichstrom-Schnellladegeräten für Elektroautos innerhalb einer Stunde vollständig aufladen, wodurch die teuren Megawatt-Ladesysteme vermieden werden, die bei herkömmlichen Elektrofähren erforderlich sind. Diese Leistungsfähigkeit wurde kürzlich auf einer Fahrt zwischen Schweden und Norwegen unter Beweis gestellt, als die P-12 die bislang längste elektrische Seereise absolvierte und sich unterwegs mithilfe eines mobilen Batteriesystems auflud, das von einem Ford F-150 Lightning Pickup transportiert wurde.

Die ersten beiden P-12-Schiffe werden 2027 ausgeliefert und sollen auf einer der zahlreichen potenziellen Routen in Betrieb genommen werden, die derzeit in Norwegen und im Ausland geprüft werden. Die übrigen Schiffe werden zwischen 2028 und 2030 in jährlichen Chargen folgen.

Die Passagiere werden zudem einen deutlichen Komfortgewinn erleben. Der digitale Flugsteuerungscomputer des Schiffes erfasst mithilfe von Sensoren die Wellenbedingungen und passt die Tragflügel in Echtzeit an, wodurch auch bei rauer See eine ruhige Fahrt gewährleistet ist und der Geräuschpegel in der Kabine äußerst gering bleibt.

Jüngste Tests der P-12 in Stockholm ergaben einen Geräuschpegel im Fahrgastraum von nur 64 dB – weniger als bei modernen Zügen, Flugzeugen oder Fähren –, was sie zum leisesten Hochgeschwindigkeitsschiff im Betrieb macht.

„Touristen und Pendler in Norwegen werden von einem besseren Service und häufigeren Abfahrten profitieren – ohne Seekrankheit, geräuschlos und ohne die negativen Auswirkungen von Wellengang und Emissionen in den einzigartigen norwegischen Fjorden“, sagt Alexander Sifvert, Europa-Direktor bei Candela.

„Wir freuen uns sehr über die Zusammenarbeit mit Boreal, dessen Ehrgeiz und Führungsrolle dazu beitragen, die Elektrifizierung des Seeverkehrs voranzutreiben. Diese Initiative zeigt, wie zukunftsorientierte Betreiber den Übergang zu emissionsfreiem Seeverkehr beschleunigen und gleichzeitig Kosten senken können.“

 

Kontakt:

Mikael Mahlberg, Leiter PR und Kommunikation

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